Der Oeschberg-Schnitt

Der Oeschberg-Schnitt

Der Oeschberg-Schnitt wurde maßgeblich von Hans Spreng in den 1920er Jahren an der kantonalen Obst- und Gartenbauschule Oeschberg (Schweiz) entwickelt. Ziel war die Erzeugung von hochwertigem Tafelobst auf den damals noch üblichen, großkronigen Obstbäumen.

Es war der Würtemberger Helmut Palmer, der diese Schnittmethode, nachdem er sie in der Schweiz erlernt hatte, in den 1950er Jahren nach Deutschland brachte und perfektionierte (Umkehrauge-Verfahren). Sein Bemühen, dieses Wissen zu verbreiten, stieß in der Fachwelt zunächst auf große Widerstände, was nicht zuletzt auch seiner wenig diplomatischen Art gelegen haben dürfte.

Im Erwerbsobstbau spielen großkronige Obstbäume heute keine Rolle mehr. Aus wirtschaftlichen Gründen hat sich seit den 60er Jahren der Plantagenanbau auf schwachwachsenden Unterlagen durchgesetzt. Für private Obstbaumliebhaber und Streuobstwiesen-Besitzer ist die Oeschberg-Palmer-Methode jedoch eine zielführende und leicht zu erlernende Schnitttechnik zur Erziehung und Pflege langlebiger Bäume, die nach Palmers Tod (2004) nun zunehmend die verdiente Anerkennung findet.

Kennzeichnend für den Oeschberg-Schnitt ist eine klare Strukturierung der Baumkrone in Gerüstäste, die das gesamte Baumleben über erhalten bleiben, und in regelmäßig zu erneuerndes Fruchtholz. Die typische Oeschberg-Krone besteht aus der Stammitte und vier einander kreuzförmig gegenüberstehenden Leitästen, an denen wiederum drei begleitende Fruchtäste angehängt sind. Auf eine zweite Leitastserie wird konsequent verzichtet. Statt dessen wird die Stammmitte als Spindel erzogen.






Apfel-Jungbäume mit

Oeschberg-Krone


Die Obstbaumerziehung nach Oeschberg-Palmer bietet zahlreiche Vorteile:

  • Qualitativ hochwertiges Obst durch optimalen Lichteinfall in die Krone
  • Tief liegende und damit gut erreichbare Hauptertragszone
  • Guter Baumzugang für Pflege und Ernte (Leitergassen zwischen den Leitästen)
  • stabiles Kronengerüst, das bei konsequenter Baumerziehung auch in Jahren des Vollertrags ohne Stützen auskommt
  • Naturnahe Kronenstruktur, die einen guten Kompromiss darstellt zwischen dem Obstbaum als Nutzpflanze und seinem natürlichen Wuchsbestreben
  • Licht und Luft im Kroneninneren sorgen für schnelles Abtrocknen und damit für weniger Pilzkrankheiten an Früchten und Blättern

Die Oeschberg-Palmer-Methode ist durch die klare Funktionstrennung in Gerüstäste und Fruchtäste relativ leicht erlernbar. Wer sich damit näher beschäftigen möchte, findet mit folgender Broschüre einen wunderbaren Einstieg:

„Naturgemäße Baumerziehung – nach der Oeschberg-Palmer-Methode“

Bearbeitet von Eduard Eckl.

Mit freundlicher Unterstützung des Pomologen und H. Palmer-Experten Rudolf Thaler, Bissingen a.T.

Herausgeber: Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Amberg-Sulzbach.

Bestellungen über: Eduard Eckl, 1. Vorsitzender des OGV Iber.

Email:  re.eckl@gmail.com

Kosten: 4.- € zzgl. Versand