Obstbaum-Veredelung

Obstbaum-Veredelung

Sie haben selbst schon Veredelungen durchgeführt und sind auf der Suche nach neuen Informationen über Techniken, Unterlagen oder Bezugsquellen für Edelreiser und Material? Dann brauchen Sie nicht weiter zu lesen, denn diese Seite ist nichts für Sie ! Sie ist gemacht, um Menschen, die sich noch nie mit der Veredelung von Obstbäumen beschäftigt haben, für dieses faszinierende Hobby zu gewinnen.
Warum ist mir das ein Anliegen ist? Ganz einfach, weil ich mich an dem Anblick von Obstbäumen freue und die Bereicherung sehe, die durch sie in unsere Gärten, unsere Kulturlandschaft und auch in unser Gemüt kommt. Und je mehr Obstbäume Sie veredeln, desto mehr Obstbäume werden Sie pflanzen. Und natürlich auch verschenken, weil in ihrem Garten schon bald kein Platz mehr sein wird. Darüber hinaus ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich Freunde oder Bekannte bei Ihnen mit dem Veredelungs-Virus infizieren. So wird jeder Hobby-Veredler unweigerlich zum Obstbaum-Superspreader. Das sollte Sie jetzt aber nicht ängstigen .

Ich selbst wurde wohl schon als kleiner Junge durch meinen Großvater damit angesteckt, aber die Infektion blieb lange Zeit unbemerkt. Einmal durfte ich Ihm dabei zuschauen, wie er im Garten einen Kirschbaum-Wildling mit einem Edelreis umpfropfte. Ich war ungeheuer fasziniert und lief in den darauf folgenden Wochen jeden Tag voller Erwartung zu dem Bäumchen um nachzuschauen, ob das Edelreis austreibt. Genauestens beäugte ich dabei jede einzelne Knospe um festzustellen, ob sie schon ein wenig angeschwollen waren. Irgendwann musste ich zu meiner großen Enttäuschung einsehen, daß das Edelreis vertrocknet war.

Bauer beim Propfen eines Baumes (Le Greffeur)
Jean-François Millet

Viele Jahre später, ich war inzwischen so um die 20, sollte in unserem Garten ein von uns allen geschätzter „Ringlo-Bääm“ (pfälzisch für Renekloden-Baum) einer Baumaßnahme weichen. Die genaue Sorte war nicht bekannt, und ich begann zu überlegen, wie ich sie erhalten konnte. Daß dies nur durch Veredelung möglich ist, war mir seit meiner Kindheit bewusst, und so kaufte ich mir einige Bücher (siehe Bücherecke) und begann zu lesen. Es musste schnell gehen, und da ich keine professionellen Veredelungs-Unterlagen hatte, grub ich Zwetschgen-Wildlinge aus. Von den drei Veredelungen, die ich damals machte, wuchsen immerhin zwei an, und das Veredeln von Obstbäumen bekam einen festen Platz in meinem Leben. Und so hat die mißlungene Kirschbaum-Veredelung meines Großvaters auf unerwartete Weise doch noch Früchte getragen. Sein Veredelungsmesser benutze ich bis heute.

Selbstverständlich kann man fertig veredelte Obstbäume guter Qualität von einer Baumschule beziehen, keine Frage. Und daß ein pflanzfertig gekaufter Baum früher in den Ertrag kommt, weil er seine Kinderjahre bereits in der Baumschule verbracht hat, ist natürlich ebenfalls richtig. Aber zu einem Obstbaum, den Sie selbst veredelt haben, werden Sie eine tiefere Beziehung aufbauen, Sie werden ihn zeitlebens mit anderen Augen anschauen. Versprochen!
Ein kleines Kerlchen kann uns helfen, das zu verstehen:




„Die Zeit, die Du für Deine Rose gegeben hast,
sie macht Deine Rose so wichtig.“

(Der kleine Prinz / Antoine de Saint-Exupéry)

Haben Sie beim Lesen Lust auf ein selbst herangezogenes Obstbäumchen gekriegt? Oder möchten Sie vielleicht einen vorhandenen Baum umveredeln oder zu einem Mehrsortenbaum machen? Dann trauen Sie sich, es ist kein Hexenwerk, und im Internet findet man viele Informationen und Videos. Ein guter Einstieg sind auch die von den örtlichen Gartenbauvereinen im Frühjahr angebotenen Veredelungskurse.
Gerne leiste ich auch Unterstützung bei der Beschaffung von Unterlagen und Edelreisern.

Sie möchten von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich für Obstbaum-Liebhaber durch das Veredeln ergeben, profitieren ohne sich selbst weiter damit zu beschäftigen? Dann können Sie gerne meine Leistungen in Anspruch nehmen. Ich freue mich darauf.